Heute habe ich mich auf die Suche nach den Überresten der Grube Laura in Plettenberg gemacht. Es gibt tatsächlich noch Ecken im Sauerland, wo ich noch nicht war. Ich habe nach der Schummerung der Karte die auffälligen Unebenheiten im Gelände aufgesucht und auf Bergbautätigkeit untersucht. 

Es fanden sich 2 Relikte, die Rückschlüsse auf Schürfungen zulassen, sowie 7 Kohlenmeiler. Die größte Dichte von Kohlenmeilern war am Zusammenfluß der Olmecke oben im Tal mit einem Nebenarm. Hier waren 4 Kohlenmeiler. Der perfekte Platz, denn Wasser war ausreichend vorhanden. Aber wir hatten ja Bergbau gesucht.

Auf der Webseite von Horst Hassel sind Auszüge aus den Fundbeschreibungen veröffentlicht. Ich habe damit die beiden Bergbau-Funde eingemessen (Die Einmessungen bezogen sich auf den ehemaligen Standort der Ölmühle). So kam ich darauf, dass es sich bei beiden Relikten um die aufgeschürften Lagerstättenaufschlüsse, also die Fundgruben, handelt!

Laura I wurde am 16. December 1857 neu gemutet, nach dem die vorherige Mutung Gewalt gelöscht worden war. Hier wie auch im folgenden Grubenfeld wurde eine flözartige Brauneisensteinlagerstätte aufgeschlossen. Da keine weiteren Schürfarbeiten gefunden wurden, hat man wohl die alten Schürfe wieder aufgewältigt und neu dem Bergamt vorgezeigt. 

bergbau plettenberg laura

Später wurde an diesem Ort die Lagerstätte weiter aufgeschlossen in dem ein kleiner Stollen unter den Fundpunkt getrieben wurde, ausweislich der Halde, die mehr Material als der Hangeinbruch enthielt.

 bergbau plettenberg laura

Laura II wurde ebenfalls am 16. December 1857 neu gemutet, hier war die vorherige Mutung Friedrich Wilhelm. In dem noch heute sichtbaren Schürfschacht wurde eine ähnliche Lagerstätte aufgeschlossen.

 bergbau plettenberg laura

Beide Grubenfelder wurden 18. August 1862 zu Vereinigte Laura konsolidiert. Nach den veröffentlichten Auszügen aus den Gewerkenbüchern, hatte der Schichtmeister Carl Benerken zu Witten die Fundgruben aufgeschürft und bis 1866 seine Grubenanteile nach und nach an die anderen Gewerken veräußert bzw. abgegeben.

Die anderweitig erwähnten 3 Stollen konnten nicht gefunden werden. Nach den Relikten wurde lediglich Fundpunkt Laura I unterfahren. Nach der Betriebsakten-Übersicht, die mir vorliegt, endeten die Betriebs-Aktivitäten im Jahre 1862.

Die genannten Protokolle des Bergwerks Vereinigte Laura sind hier veröffentlicht: http://www.plettenberg-lexikon.de/bergbau/laura.htm abgerufen am 07.01.2018