Die Geschichte der Grube Johannessegen bei Oberholzklau

Die Grube Johannessegen, auch "Neu-Peru"genannt, lag zwischen Niederholzklau und Oberholzklau und lieferte in der letzten Betriebsperiode silberreiche Fahlerze, Zinkblende und Bleiglanz.

Wann hier der Abbau von Erzen begonnen wurde ist unbekannt. Das edle Vorkommen wurde durch Schürfe an der Tagesoberfläche entdeckt. Der Gang streichte in Stunde bis 7 und fiel mit 65° nach Norden ein. Das edle Hauptmittel war 46 m lang und führte derbe Blei- und Fahlerze. Dann im 19. Jahrhundert setzte auf dem edlen Gangmittel eine professionelle Gewinnung ein. Es wurde ein Stollen (siehe Bild) aufgefahren und durch einen Tiefbauschacht wurde die Lagerstätte anschließend in 3 Sohlen aufgeschlossen.

stollen grube johannissegen

5 Loth Silber

Zur besseren Verwertung der verwachsenen Erze wurde eine Setzwäsche gebaut. Waren in der ersten Sorte Bleischeiderze noch 5 Loth Silber und 40-50 Pfund Blei, so konnte die zweite Sorte noch 2 1/2 Loth Silber liefern.

Der Abbau ging in dieser Betriebsperiode von 1849-1854 um, bis das Erzmittel durch eine Lettenkluft abgeschnitten wurde und nicht wiedergefunden werden konnte.

Durch Schürfarbeiten in den Grubenfelder Johannessegen, Wilhelmssegen und Vincke konnte zwar die Fortsetzung der Lettenkluft nachgewiesen werden, Neue Erzmittel wurden aber nicht gefunden.Damit endete hier der Bergbau.

Heute findet man in dem Siepen noch die Denkmäler des ehemaligen Bergbaues. Der Stollen entwässert das Grubengebäude, ist jedoch nur Bauschutt von oben verkippt. Erhalten hat sich noch der wasserführende Einschitt der das Grubenwasser in den Bach entwässert. Der Bach führt das Wasser einem ehemaligen Teich zu. Hier hat sich auch noch eine Mauer erhalten. Der Damm des Teiches wurde durchbrochen, so dass sich nur noch ein Bruchteil des früheren Wasserinhaltes am Boden sammelt In diesem Bereich muss sich die Setzwäsche befunden haben. Etwas höher am Hang fällt die hohe Halde ins Auge. Wenn man diese erklimmt findet man im Gestrüpp noch die große Pinge, vermutlich des Förderschachtes. Hier ist ebenfalls begonnen worden, Bauschutt zu entsorgen. Weitere Pingen und Schürfe finden sich im Streichen des Erzganges.

gruben halde grube johannessegen

Interessant wäre es, noch mehr über den Betrieb dieses Bergbaues zu erfahren.

Förderzahlen (in Centner):
Jahr Bleierze Zinkblende Fahlerze
1848 391 - -
1849 2757 - -
1850 3412 - -
1851 2893 3280 18
1852 2068 8280 -
1853 60 - -

 

Literatur:

T. Hundt, G. Gerlach, F. Roth, W. Schmidt: Beschreibung der Bergreviere Siegen I, Siegen II, Burbach & Müsen; Bonn 1887

Amtsblatt für den Regierungsbezirk Arnsberg: mit öffentlichem Anzeiger. 1866