Erzbergbau bei Meinkenbracht PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Oliver Glasmacher   
Sonntag, den 14. November 2010 um 17:34 Uhr

Erzbergbau bei Meinkenbracht

14. Mai 2006 / 12.12.2010

2003 war ich auf dem Ramberg unterwegs.

Über eine der vordersten Bergkuppe des Rambergs, die “Lied” ziehen sich regelrechte Pingengräben. Ein Loch neben dem anderen, wie Perlenschnüre aufgereiht.

Diese Pingenzüge sind wohl die Zeugnisse des alten Bergbaues auf dem Aussbiss des Erzganges.

Hier fand Michael Senger eine Scherbe “Siegburger Ware”, die ins 13-15.JH datiert wurde1

Der Domherr von Hompesch muthte 1784 am Ramberg eine Eisengrube für die Linneper Gewerkschaft. Weitere Muthungen 1788, durch Geheimrat von Lüning und den Faktor Weinreis "auf dem Lied"   und 1787 durch Steiger Behrens  "hinter dem Hardt gegen den Lied" zeugen von dem regen Interesse an dem Vorkommen. Später kommen die Rechte an Anton Kropf. 1a

Im 19.JH sind hier 2 Grubenfelder überliefert, für die Anton Kropff jeweils ein paar Groschen zahlen musste: Lied und Steinknapp.2

Nach dem Konkurs von Anton Kropff kommen die Berechtsamen an die Endorfer Gewerkschaft.3

Grube Liedt

Richtung Haardtschlade sind es anscheinend 3 Stollen die nacheinander zur Lösung der Vorkommen angesetzt wurden.

1850/51 wird der tiefste Stollen in der Haardtschlade wieder aufgewältigt. Das Vorkommen soll untersucht werden. Auch 1878 fanden solche Untersuchungsarbeiten durch die Gewerkschaft statt.  Dabei wurde festgestellt dass die Braun- und Spateisensteinerze in den Grauwacke- Gangklüften bereits abgebaut waren. Der Gang viel nach Norden ein und hatte eine Mächtigkeit von 0,1 bis 1 Klafter. Er war auf 220 lachter Feldortlänge abgebaut worden.4

Grube Steinknapp

Joh. Franz Becker hat hier im 19.JH Bergbau betrieben:

in dem Kirchweg, so von Meinckenbracht auf Hellefeld gehet, nahe bej der sogenannte
n Erztwäsche eine grube angefanen, darin Eisenstein mit Gold und Silber Pyrit befindlich 5

Auch diese Grube wird 1878 noch einmal untersucht. Die Grube war durch 2 Stollen aufgeschlossen und das Feld war auf 230 m streichend, nach Süden einfallend abgebaut worden6

Stollen am Krähenberg

Südwestlich von Meinkenbracht findet sich in einem Seitental ein alter Stollen mit einer großen Halde. Zugeordnet werden konnte der Stollen noch nicht

Weitere 1850 verliehene Gruben in Meinkenbracht:
Julian, Hoffnung und Marie auf Eisenstein.

Quellen:
1: Michael Senger: Der zerbrochene Krug in : Bergbau im Sauerland, Schmallenberg 1996
1a: Wolfgang Kleffner, Maria Rörig: Erzbergbau und Eisengewinnung im Hellefelder Gebiet 1730-1830, in: Maria Rörig (Hrsg.): Chronik des vorindustriellen Erzbergbaus und der Metallgewinnung im Raum Sundern, Sundern 1996, S. 209

2: Reininghaus, Wilfried: Ein unbekanntes Verzeichnis der Bergwerke, Hütten, Hämmer und Mühlen im kölnischen Sauerland 1817/1819. 2002

3 :Bergwerksakten, Sammlung Oliver Glasmacher

4: Bergwerksakten, Sammlung Oliver Glasmacher

5: Michael Senger: Die Hütten im Seilbachtal in : Bergbau im Sauerland, Schmallenberg 1996

6: Bergwerksakten, Sammlung Oliver Glasmacher

 

Eine Ältere Fassung des Beitrages ist auf www.meinkenbracht.de veröffentlicht.

 

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 07. März 2011 um 16:34 Uhr
 
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