Breckerfeld ist im Mittelalter ein Zentrum der Eisenverarbeitung. Bereits vor 1200 gibt es rund um Breckerfeld Verhüttungsstellen
Emil Kritzeler/Manfred Sönecken haben im Laufe ihrer Forschungen im Breckerfeld mehr als 101 Waldschmieden (Rennfeuer) entdeckt. Datiert wurden diese Rennfeuer anhand von Scherbenmaterial ins überwiegend ins 11.-13. Jahrhundert. Die Älteste Scherbe stammt aus dem 9.Jahrhundert.
Im 15.JH wird das Stahlgewerbe erstmalig erwähnt. So war Breckerfeld ab dem 15.Jahrhundert mit seiner Stahlgilde ein Zentrum für Bearbeitung des Eisens zu Stahl und Export. 1437 ist eine Lieferung von Stahl nach England nachweisbar. Der Stahl aus Breckerfeld wird in Europa bekannt und begehrt. Der Handel läuft über Kölner Kaufleute (1450). 1463 wird die Breckerfelder Stahlgilde gegründet, die 1465 einen Monopolvertrag mit Kölner Kaufleuten abschließt. Um diesen Monopolvertrag entsteht immer wieder Streit zwischen Kölner Kaufleuten; jene die ihn inne haben und jenen die versuchen an diesem Monopol vorbei Geschäfte zu machen, z.B. in dem sie Stahl aus dem Siegerland handeln. Der Streit gipfelt in dem Vorwurf ‘dass die anderen Kaufleute ja gefälschten Stahl aus dem Siegerland beziehen und dass nur der Breckerfelder der echte Stahl sei, deswegen auch ein Zeichen trage.’ (1490) Noch im 16.JH werden Stahlprodukte in Europa gehandelt so z.B. der Berühmte “Breckerfelder” ein Dolch, mit der Klinge aus Breckerfelder Stahl.
Breckerfeld war natürlich auch in der Hanse, wenn auch nur als Drittelstadt. (PAGEL)
Die Erste Urkunde, die den ersten Bergbau in Breckerfeld erahnen läßt, führt nach England. Da heißt es in einer Urkunde 1564/65:”Harman and Peter of Breckerfilde” als Bergleute.
Und schon 1523 erhält der Johann Lanckwyler die Erlaubnis in einem Berg dair inne hy zu graben.
Bergwerk Neuenloh
1592 ersucht Conradten van Boenen beim Altenaer Amtsmann um Belehnung. 1595 wiederholt der die Muthung - diesmal bestätigt der Amtsmann die Belehnung:
Wy doen kundt als unser gewesener Ambtmann toe Altena Caspar Lapp in dato den 15.Junii anno 92 unsern lieven getruwen Conrait van Boenen ein Muttzedull gegeven datt er ein angefangen Isernstein-Bergwerck ahm Nigeloee und by dem Gerichte Breckerfelde ingeslagener fundtgroeven to contiunueren; und gemelter Boenen unß underdenigslich gebeden dat wy oenen mit beruirtem Bergwerck belehnen wollen…na Bergwerksordnung und Rechten to gebruicken….”
Der geförderte Eisenstein wurde an die Altenvörder Hütte geliefert. Hier gibt es 1597 einen Nachweis über die Förderungsmengen: …hatt Adolf (der Bergknecht) vom 8ten Octobris in anno 1595 biß uff dato uffm Nielo gebrochen in alles 49 Foder 3 dregen; wann nun 4 foder stein 3 dregen, so er bey dagelon gewunen, daran abgerechnet, pleiben 45 Foder jedes foder 18 schilling diet 31 daller 4 schilling. 1598 wurden 6 Fuder Eisenerz an die Hütte verkauft, jedoch wird vermerkt, das das Eisenerz viel zu unrein sei.
In anderen Quellen ist zu lesen, dass für den Bergwerksbetrieb Schiebekarren, Schüppen und Eimer gekauft wurden. Desweiteren wurden Arbeiter im Tagelohn verpflichtet , um neue Schächte abzuteufen.
In den Wäldern am Nieloh finden sich noch einige Pingen
1858 wird das Bergwerk neu verliehen und unter dem Namen Neuenloh I bis 1865 betrieben
Bergwerk Schöpplenberg
Die Grube wird im Altenvörder Hüttenbuch als eine der drei wichtigsten Erzlieferanten genannt: von Milpmanne 3 foder Schoplenberger stein sowie später vom schultten zum Schoplenberge 1 foder eisenstein.
In den Jahren 1595-1598 leben am Schöplenberger Hof die Arbeiter, die hier Eisenerz abbauen und Holzkohle brennen.
Manfred Sönnecken hat in den Bachtal Rennfeueröfen ausgegraben, auf denen die Erze im 11-13.JH verhüttet wurden.
1858 wird die Grube neu verliehen und hier wird bis 1865 Eisenstein abgebaut und nach Haspe geliefert, die Ausbeute war dann aber zu gering und der Betrieb wird eingestellt.
Sein heutiges Aussehen erhält der Stollen 2002, der Waldbesitzer muss den Stolleneingang sichern und läßt die Halde beiseite räumen, damit das Wasser abfließen kann, ausserdem wird die Böschung gesichert.
Friedrichs Zeche.
Aus dieser Grube wurde Kupfer gefördert. Sie lag im Tal der Ennepe bei Ebbinghausen. Quelle von 1742:
am Kampfer Berg eine stunde von Breckerfelde Daselbst wurde ein Schacht im frischen Felde abgeteuft und war schon 7- 8 Lachter tief, durch denselben setzen Spathtrümmer mit eingesprengten Erzen auf deren Zusammenscharren man hoffte. Die alten hätten einen sehr langen Stollen in den Berg getrieben man fand aber keine Spuren von Erzen. Wir finden bei Ebbinghausen einen Tagebau:
Grube Glücksstern
In dem Berg nahe dem Hof Steupingen wurde 1857 ein Vorkommen aus Kupfer und Zinkblende erschürft. 1863 wurde der Betrieb eingestellt. 1867 wurde erneut versucht das Bergwerk in Betrieb zu bringen und 1868 wurde das Bergwerk und der Namen “Jehovah Sieg bei Königgrätz” neu verliehen. Nun wurde auch Eisen- und Bleierz gefördert. Um das Erz vom tauben Gestein zu trennen wurde möglicherweise im Tal der Dorstenbecke eine einfach “Wäsche” eingerichtet. Im Gelände sind noch ehem Wassergräben sowie viel Gestein und Quarze (Nebengestein des Vorkommens) zu finden. Laut der Aussage eines Anliegers sind die Erze auf der Haardt nahe Breckerfeld verhüttet worden.
Der Stollen selbst ist 1920 durch Zufall wieder entdeckt worden und 1991 wieder begangen worden. Der Stollen ist heute verschlossen. Vorort ist noch der Hangeinbruch sowie die beachtliche Halde zu erkennen. Oben auf der Berghöhe befinden sich zwei Pingen, des ehem. Schachtes.
Kupferbergwerk aufm Langenscheit
1523 erhält Johann Lanckwyler von herzog Johann III. von Cleve die Erlaubnis im Kirchspiel Breckerfeld ein Bergwerk zu betreiben “dair inne hy mit arbeidenn onnd to slaen geluck ind aventuir to krygenn vermeynden”
1674 wird der Domdechant von Brabeck mit dem Mit dem Langenscheidter Kupferbergwerk belehnt. Er bekommt zudem 3 Jahre Abgabenfreiheit Weitere Urkunden über Förderung sind nicht bekann
In der Nähe des Hofesverbandes Langscheid findet sich in einem Seitental des Baches “Süße Epscheid”, die Überreste der Grube. Hier wurde das Erz im Tagebau gewonnen. Jedoch lassen Spuren in diesem Tagebau auf einen Schacht schließen; desweiteren tritt unterhalb dieses Baues am Weg Wasser aus dem Hang. Evtl haben die alten eine Rösche angelegt um ungehindert arbeiten zu können.
Der Domdechant Brabeck wird ebenso mit einem Eisensteingang im Kirchspiel Breckerfeld und Hulschede 1677 belehnt, hier ebenfalls 3 Jahre Abgabenfreiheit.
Grube Silberberg,
1533 verleiht der Landesherr, Bergwerke im Amt Altena, u.a. auch auf dem Sylbergh
1859-66 Abbau von Kupfererz
Auf dem Grunde eines 5/8 Lachter tiefen Schurfschächtchens wird eine 25-30 Zoll mächtiges Roteisensteinflöz erschürft, das 50° nach Süden einfällt, Die Umgebende Grauwacke ist mit Quarzschnüren durchzogen. Der Eisengehalt wurde bestimmt und ergab 20,6 % Eisen. Mittels eines weiteren Schurfschachtes wurde in 2 Lachter tiefe das Flöz 2 ½ Fuß mächtig nachgewiesen. Am 21.11.1857 wurde das Geviertfeld auf sämtliche dort vorkommenden Eisenerze verliehen. Wie wir aus dem Berggrundbuch ersehen ist das Recht von einer großen Gruppe von 30 Gewerken übernommen worden. Die meisten Kuxe hielten Schneidermeister Lappe aus Holzen (32) und Obersteiger Gustav Prietsch (36 Kuxe). Die Reste der Halde im Bachtal lassen auf keinen großartigen Bergbau schließen. Der nächste Aktenvermerk ist die erfolgte Zwangsversteigerung am 27.2.1913.
Carl



