Als ich noch ein Kind war, war ich mit meinen Eltern im Sommerurlaub im Hunsrück in Norath. Auch die Grube Camilla haben wir besucht. 

 grube camilla

Wir haben sind dann dort ein paar mal die Tage verbracht und Steine aufgehauen. Schnell war das langweilig und so habe ich lieber die Halden erkundet. Dabei fand ich diesen alten Grubenhunt:

grubenhunt im Hunsrueck

2000 war ich dann wieder mal da.  Seit dem bin ich immer mal wieder dagewesen und habe 2006 die Gegend auch etwas gründlicher erkundet.

 alterbergbau im hunsrueck

Zur Geschichte der Grube Camilla


Ein Pingenzug von 600 m streichender Länge und 2 verbrochen Stollen deuten auf alten Bergbau.  Das Bergwerk liegt nicht weit von einer alten Römerstraße, Zusammenhang konnte aber noch nicht hergestellt werden.

Stollen der Grube Camilla

Älteste Erwähnung ist aus dem Jahre 1847. Die Interessenten Obert & Cie sowie die Werlauer Gewerkschaft stritten sich um die Berechtigung, hier Erze zu schürfen.  Zu Beginn des 19.JH habe eine Gewerkschaft versucht, den Hungenrother Stollen wieder aufzuwältigen.  Dabei fand man jedoch heraus, dass die Alten bereits bis an eine bedeutende Verwerfung abgebaut worden war.

Alte Halden im Wald

Noch vor 1847 versuchte die Gewerkschaft Piret & Cie ebenfalls ihr Glück an dem Bergbau und im Hungenrother Stollen.  Der Stollen war damals ca. 240 m lang.  Ein Schacht wurde weiter abgeteuft, jedoch fand man immer wieder alte Bauten.  In 40 m Tiefe wurde eine Tiefbau-Sohle angesetzt.  Irgendwann wurden die Arbeiten aufgegeben.

Anfang 1951 interessiert sich die Stolberger Zink AG für das Grubenfeld.  Der Gang  wird untersucht, da eine Fortsetzung des Werlauer Gangzuges vermutet wird.

In dieser Zeit wird das heute noch erhaltene Transformatorenhaus errichtet um die Grube mit Strom zu versorgen.

Der alte Schacht war zuletzt bis 210 m Tief abgeteuft worden und wird nun wieder aufgewältigt.  Es wurden in 50 m , 100 m 150 m und 200 m Strecken angesetzt  und fast 3500 m Aufschlussstrecken aufgefahren, um den Gang zu untersuchen.   28 Mann sind 1951 mit den Aufschlussarbeiten beschäftigt.

In den nächsten Jahren werden die Aufschlussarbeiten weitergeführt. 1953 sind es bereits 30 mann die nach Blei und Zinkerzen suchen. 1954 werden das erste mal 940 to Erze gefördert.  1955 und 1956 geht die Belegschaft auf bis zu 24 Mann zurück. Insgesamt kommen 12000 Roherze zusammen aus denen Blei und Zinksulfat herstellt werden.

Die Ausbeute ist jedoch ernüchternd.  3,1 % Blei sowie 4,5 % Zink  sowie 0,05 % Kupfer und 26,3 g Silber je to sind ungenügend.

Am 31.1.1958 ist Schicht auf Grube Camilla.

Aus dem alten Bergwerk wird ab 1960 Trinkwasser gewonnen.

Kranbrücke

Literatur:

Jahrbuch des Bergbaues 1952-1959

Dr. Rainer Slotta,  Technische Denkmäler in der Bundesrepublik Deutschland  Band 4 / II