Südlich von Remmelsohl bei Gummersbach befindet sich ein altes Bleierzbergwerk. Erste urkundliche Erwähungen sind aus dem 16. Jahrhundert. Hier wurde Bleiglasurerz gefördert.

1544 wurde das Bergwerk an den bergischen Schultheiß Adolf von Wiehl und seinen Mitgewerken verliehen worden war. Da das Bergwerk heute im bergischen, war damals ein zersplitterter Besitz um den sich die Grafen von Berg und die Grafen von Sayn als Besitzer der Reichsfreiherrschaft Homburg bei Nümbrecht stritten. Bei der Grube Alte Bleihardt ging es um die Zehntabgaben, welche der Schultheiß von Wiehl an die Grafen von Sayn abführte, von denen er auch die Verleihung erlangt hatte. Der Streit wurde bis vor das Reichskammergericht getragem werden aber ohne Ergebnis blieb. Erst 1604 wurden im Siegburger Vergleich die Grenzen neu geordnet und der Bergbau konnte weitergehen, kam aber durch den Dreißigjährigen Krieg zum erliegen.

Erst 1821 ist wieder in einer Untersuchung der Grube zu lesen, dass der Gang oberhalb des Stollens seit uralten Zeiten völlig abgebaut sei in den beiden Gesenken stünden aber noch schöne Glasurerze in Form von 2 cm starken Bleierzschnüren an. 1855 wurde die alte Bleihardtgrube von neuem unter dem Namen ”Trau auf Gott” gemutet aber erst 1860 an Wilhelm Hennes aus Ründeroth auf Blei- Zink- und Kupfererze verliehen.

Dieser verkaufte die Grube an Parke Pitter, der für die Gewerkschaft Wildberg Grubenfelder anwarb.  Diese betrieb hier aber vermutlich keine Arbeiten. Stattdessen verpachtete sie das Grubenfeld an die Gewerkschafts Siegfried aus Halstenbach, welche die Grubenfelder Bleihardt 1 und 2 östlich und südlich von Bleihardt betrieb. Da die Aufschlüsse gut waren wurde das Grubenfeld gekauft. Aber auch hier wurde das Grubenfeld dann schon 1907 an die Gewerkschaft Bliesenbach verpachtet, welche bei Loope die gleichnahmige Grube Bliesenbach erfolgreich betrieb. Da sie sehr gute Aufschlüsse machte  wurde das Bergwerk "Alte Bleihardt" 1908 gekauft.   1910 ging es an die Gewerkschaft Wiehltal. Über diese Gewerkschaft konnte ich nicht viel herausfinden. Danach ist wohl kein weiterer Betrieb umgegangen.

bleihardt remmelsohl gummersbach glasurerz

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Heute findet man südlich von Remmelshohl einen 250 m langen Pingenzug. An einer Stelle ist die Vegetation weg und wächst auch nicht auf den bleihaltigen Halden. Ansonsten sind die Pingen im schönen Laubwald erkennbar. In einem Siepen nordwestlich davon findet man einen Einschnitt, der dieser oberer Stollen sein könnte. Weiter unterhalb ist ein großes Plateau im Wald, vielleicht ein Stollenbetrieb. Zu letzt war hier ein Schießstand.

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